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Thai Life Erste Ära Phibun (1938 – 1944)

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Thailand Life Ära Phibun © B&N Tourismus

Die führende Persönlichkeit der Jahre zwischen 1938 und 1944 war Luang Phibunsongkhram. Der Sohn einer armen Bangkoker Familie wurde 1897 geboren und diente nach dem Abschluss an der königlichen Militärakademie in der Artillerie. Aufgrund guter dienstlicher Leistungen wurde der junge Offizier 1924 zur weiteren Ausbildung nach Frankreich geschickt und kehrte drei Jahre später im Rang eines Majors nach Thailand zurück.

Thailand 1938 bis 1944

Phibun schloss sich der Gruppe der Offiziere an, die 1932 den König entmachteten, und wurde 1934 Verteidigungsminister. Phibun war seit jeher der Ansicht nur ein starker Mann sei in der Lage eine Nation zu formen. Als erster Politiker in Thailand war er sich bewusst, das Zeitungen und Radio maßgeblichen Einfluss auf die Bevölkerung nahmen und er nutze diese Medien zu Propagandazwecken oder beschränkte deren Freiheiten nach Belieben.

Nachdem er im Dezember 1938 Premierminister wurde, begann etwas, was man das große Aufräumen nennen könnte. Neben seinem Amt als Premierminister übernahm er noch die Posten des Verteidigungsministers und des Innenministers, wodurch er sowohl die Truppen, als auch die Provinzgouverneure kontrollierte und innerhalb eines Monats ließ er zahlreiche Mitglieder der königlichen Familie, Rivalen in der Armee, Abgeordnete der Opposition und prominente Personen aus Wirtschaft und Bürokratie wegen Verschwörung gegen den Staat festnehmen. Die juristisch zweifelhaften Prozesse endeten mit Hinrichtungen und langwierigen Gefängnisstrafen. Im nächsten Schritt verbot er es den Haushalten Bilder von König Prajadhipok aufzustellen und erweiterte die Frist für freie, gleiche Wahlen um weitere zehn Jahre.

Nachdem Phibun so seine Macht gestärkt hatte, begann er mit dem Umbau der Nation. Ein erstes sichtbares Zeichen war die Umbenennung des Landes in Thailand. Dies ist als ein innen- und außenpolitisches Zeichen zu verstehen. Phibun machte damit der wirtschaftlich erfolgreichen Minderheit der Chinesen in Siam klar, wem das Land gehört, nämlich den Thais und er definierte damit auch Ansprüche gegen Nachbarländer, deren Bevölkerung in den Grenzregionen ebenfalls Thai sprach. Mit Ausbruch des japanisch-chinesischen Kriegs 1937 rückte die chinesische Gemeinde in Thailand enger zusammen und zahlreiche Boykottaufrufe und Proteste verschlechterten im Laufe des Jahres 1938 das Klima zwischen Thailand und dem wichtigen Handelspartner Japan. Der Slogan Thailand gehört den Thais machte die Runde und richte sich ganz klar gegen die wirtschaftliche Elite der Chinesen im Land, die mehr und mehr als dubiose Geldverleiher und Mittelsmänner finsterer Geschäfte dargestellt wurden. Der nationalistische Schriftsteller Luang Wichit verfasste zahlreiche Artikel in denen er die Chinesen, wie dies schon in der Vergangenheit geschehen war, als die Juden Asiens bezeichnete und auch Hitlers Judenpolitik als eine mögliche Lösung des chinesischen Problems erörterte. Es wurde eine Staatsfirma gegründet, die den Chinesen z.B. im Salz-, Tabak- und Petroleumgeschäft Konkurrenz machen sollte und viele Berufe wurden für Ausländer, damit waren hauptsächlich Chinesen gemeint, verboten. In chinesischen Schulen durfte wöchentlich nur noch zwei Stunden Chinesisch unterrichtet werden und alle chinesisch sprachigen Zeitungen wurden verboten.

Damit einher gingen sowohl eine nationalistische Umerziehung als auch eine Verwestlichung Thailands. Der 01. Januar wurde zum Neujahrstag, die Bürger sollten sich westlich kleiden und ohne Hut und Schuhe durfte keine Amtsstube mehr betreten werden. Phibun begründet diese Maßnahmen damit, dass nur so die Welt Thailand als eine moderne Nation wahrnehmen würde. 1939 begann Phibun, unterstützt von Luang Wichit, den Kult um seine eigene Person aufzubauen. Seine Slogans zierten Wände, das Radio übertrug seine Reden und überall waren Fotografien des Premierministers aufgestellt. Niemand konnte sich der Allgegenwart entziehen. Die Jugend wurde paramilitärisch erzogen und auf den kommenden Krieg vorbereitet. Als 1940 deutsche Truppen in Frankreich einmarschierten, stieg der Druck Japans auf die französische Kolonie Indochina und so sah Phibun die Gelegenheit gekommen die 1893 an Frankreich verlorenen Teile von Kambodscha und Laos zurück zu erobern. Im November 1940 marschierten thailändische Truppen in Laos und Westkambodscha ein. Zwar erlitt die thailändische Marine bei Koh Chang, im Golf von Siam, eine verheerende Niederlage gegen die französische Kolonialflotte, aber die Armee sicherte sich die umkämpften Gebiete. Japan griff in als Vermittler in den Konflikt ein und Frankreich überließ Thailand die Provinzen Sayaburi, Batambang und Siem Reap. Am Abend des 07. Dezember 1941 teilte der japanische Botschafter in Bangkok der Regierung Phibuns mit, dass Japan Großbritannien und den USA den Krieg erklärt hätte. Weiterhin forderte er für japanischer Truppen mit Ziel Singapur und Malaysia freien Transit durch Thailand, was die thailändische Regierung ablehnte. Vor Sonnenaufgang des 08. Dezember begann die japanische Invasion in Thailand an neun Stellen. Hauptangriffsziele war der Don Muang Airport und der Flughafen von Songkhla. Die Briten schickten eine Eingreiftruppe nach Thailand um die Eroberung Songkhlas durch die Japaner zu verhindern, doch sie scheiterten am heftigen Widerstand thailändischer Grenztruppen. Der restliche Widerstand scheiterte innerhalb kürzester Zeit und um 07:30 Uhr erteilte Phibun den Befehl die Kämpfe einzustellen. Die Japaner bekamen das Recht Thailand als Basis für ihren weiteren Krieg gegen Großbritannien zu nutzen, im Gegenzug gewährte Japan Thailand die Souveränität. Wenige Tage später, am 12. Dezember, beschloss Thailand seine bisherige Neutralität aufzugeben und erklärte, an der Seite Japans, Amerikas und Großbritannien den Krieg. Der thailändische Botschafter in Washington hielt diese Kriegserklärung für illegal und weigerte sich diese zu übergeben. In der Folge gründete er eine Exilregierung, die in der Folge eng mit den Amerikanern zusammenarbeitete. Die Erfolge der kommenden Monate versetzte die Bevölkerung in einen Begeisterungssturm. Die Truppen der Kolonialmächte flohen, wurden vernichtet oder gerieten in Gefangenschaft und viele in Thailand träumten von einer neuen Weltordnung, in der sie gleichberechtigt mit den Europäern und Amerikanern am gleichen Tisch sitzen würden. Thailand war, mit Japan als Partner, der einzige unabhängige Staat in Ostasien und so wagt sich das thailändische Militär die Shanregion, im Nordosten Burmas, zu annektieren. Die vier Provinzen im Süden, die Chulalonkorn 1909 den Briten übereignet hatte wurden ebenfalls an Thailand zurückgegeben.

Nachdem die Invasion Indiens fehlgeschlagen war und die Offensive im Pazifik die japanischen Truppen mehr und mehr in Bedrängnis brachten verflog diese Kriegseuphorie schnell. Inflation, alliierte Bombenangriffe, Versorgungsengpässe und Infiltration oppositioneller Kräfte waren der Grund hierfür. Es wurde klar, dass Japan den Krieg nicht mehr gewinnen konnte und im Juli 1944 wurde Phibun zum Rücktritt gezwungen. Khuang Aphaiwong wurde neuer Premierminister und Pridi Phanomyong wurde zum alleinigen Vertreter des abwesenden Königs.

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