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Thai Life Aufstieg des Nationalismus

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Thailand Life Rama VI © B&N Tourismus

Am 24. Oktober 1910 stirbt König Chulalongkorn (Rama V.), der über vierzig Jahre lang das Geschick des Königreichs Siam bestimmte. Durch seine geschickte Außenpolitik bewahrte er die Unabhängigkeit des Königreichs vor den europäischen Kolonialmächten. Er reformierte die Bürokratie, schuf eine moderne Infrastruktur und eine Armee nach westlichem Standard.

Thailand 1910 bis 1925

Anders als früher üblich hatte er zu Lebzeiten seine Nachfolge geregelt und somit blieb Siam ein blutiges Gerangel um die Macht erspart. Er hinterließ seinem Sohn Vajiravudh (Rama VI.) eine gefestigte, absolutistische Monarchie, deren Macht größer war als je zuvor und dies in einer Zeit, in der die großen Herrscherhäuser in Europa mehr und mehr an Einfluss verloren. Die königliche Familie stellte die Bildungselite des Landes gefolgt von einer Oberschicht der Bürokratie, die ebenfalls eine gute Ausbildung genossen hatten. Der Unterschied zwischen dieser Bildungselite und dem großen Rest der Bevölkerung war größer den je.

Vijiravudh wurde in Großbritannien erzogen, studierte Jura und Geschichte in Oxford und erhielt eine militärische Ausbildung in Sandhurst. Man kann also durchaus behaupten das Vajirawudh eher einem viktorianischen Gentleman als einen siamesischen Prinzen glich. Nach seiner Krönung war Vajiravudhs erstes Ziel die Sicherung seiner Macht. Er schuf eine eigene Palastgarde, die nicht der Armee unterstellt war und eine paramilitärische Einheit, das Wild Tiger Corps. Erklärtes Ziel des Korps war Schutz der Nation, der Religion und des Königs gegen innere und äußere Feinde. Die Aufnahmegebühr in diesen Kreis war relativ hoch und so wurde auch hier dem größten Teil der Bevölkerung jede Teilhabe verwehrt.

Im Februar 1912 kamen Gerüchte über einen bevorstehenden Militärputsch auf. Rund neunzig junge Offiziere beflügelt durch die chinesische Revolution, betrachteten Siam als korrupt, rückständig, ungerecht, moralisch verkommen und zweifelten die absolutistische Monarchie an. Der Plan flog auf und die Mitglieder der Verschwörung wurden zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Erstmals in der siamesischen Geschichte tasteten Angehörige der gehobenen Mittelschicht die Macht des Königs an. Dieses Ereignis verdeutlichte es Vajiravudh, dass er die Macht auf eine breitere Basis verteilen und aus dem Reich Siam eine Nation formen musste.

Unter verschiedenen Pseudonymen veröffentlichte der König Schriften in Zeitungen und Magazinen. Hauptthema dieser Abhandlungen war Modernität! Die Siamesen sollten einen westlichen Lebensstil annehmen. Vajiravudh führte die Verwendung von Nachnamen ein. Er initiierte erste nationale Feiertage (Chulalonkorn- und Chakri-Tag) und förderte Teamsportarten. Weiter stärkte er die Rolle der Frau, in dem er zum Beispiel die Monogamie postulierte. Auch auf dem Gebiet der Bildung modernisierte er den Staat. Er führte die offizielle Schulpflicht für alle Kinder zwischen dem siebten und vierzehnten Lebensjahr ein und gründete die Chulalongkorn Universität. Die Siamesen sollten sich als ein Volk fühlen, das denselben Zielen verschrieben ist und an diesen Zielen zusammenarbeitet. Vajiravudh prägte den Begriff der Thai Nation: Der Einzelne sollte seine Bedürfnisse der Nation unterordnen. Als äußeres Zeichen schaffte er die alte Fahne ab und ersetzte Sie durch eine moderne Trikolore. Die Farben symbolisieren den nationalistischen Wertekanon Siams: Nation, Religion, Monarchie und verdeutlichen die gegenseitige unauflösbare Abhängigkeit dieser drei staatstragenden Elemente.

Seine nationalistischen Bemühungen erstreckten sich auch auf die Wirtschaft und so versuchte er den Einfluss der Chinesen, die das Geschäftsleben beherrschten, zu schwächen. Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs erklärte sich Siam zunächst für neutral. Am 22. Juli 1917 erklärte das Königreich Siam den Achsenmächten jedoch den Krieg und schickte 1918 ein tausend dreihundert Mann starkes Expeditionskorps nach Frankreich. Als Ergebnis dieses geschickten Schachzugs nahm Siam an der Seite der Sieger an den Versailler Verhandlungen teil und sicherte sich durch Verhandlungen in den folgenden Jahren die uneingeschränkte Souveränität.

Zeitlebens zeigte König Vajiravudh wenig Interesse am anderen Geschlecht und erst in den letzten Jahren seiner Herrschaft heiratete er einige Frauen. Er starb am 26. November 1925 im Alter von nur vierundvierzig Jahren, zwei Tage, nachdem er Vater einer Tochter wurde. Als Nachfolger bestimmte er Prinz Prajadhipok, das letzte lebende Kind seiner Mutter Königin Saowapha und jüngsten Sohn seines Vaters Chulalonkorn.

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